Bücherverbrennung in Rendsburg

Über die Verbrennung in Rendsburg ist wenig bekannt, Presseberichte dokumentieren, dass am 9. Oktober 1933 auf dem Paradeplatz eine Bücherverbrennung stattgefunden hat. Auf dem Platz fanden sich neben den Zuschauern und den Initiatoren vom Kampfbund für deutsche Kultur Vertreter von SA, SS, Stahlhelm, Hitlerjugend und BDM ein, ein Spielmannzug und der Rendsburger Posaunenchor sorgten für die musikalische Untermalung. Mit einer Ansprache leitete der Ortsgruppenleiter des Kampfbundes Hans von Essen die Zeremonie ein, der Leiter der Fachschaft Schrifttum und Wissenschaft, Rektor Paul Friedrich Juels, hielt danach die Feuerrede, ehe die Bücher verbrannt wurden. Wie bei dem großen Vorbild, der studentischen Bücherverbrennung, endete auch die Rendsburger Veranstaltung mit dem Horst-Wessel-Lied.

Ex-Minister Initiator der Bücherverbrennung

Um es vorweg zu sagen: Mein Roman „Brandbücher“ ist, abgesehen von der Bücherverbrennung in Münster, frei erfunden. Aber ich lasse die Folgen der Bücherverbrennung bis in die heutige Zeit reichen. Ich war mir sicher, dass es viele solcher heimlichen Spuren gibt, die nicht aufgedeckt werden.

Umso mehr freut mich, dass solche Verbindungen in dem Fall des ehemaligen schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Hermann Böhrnsen aufgedeckt wurden. Er war nach Ansicht der Rendsburger Stadtarchivarin 1933 einer der Initiatoren für die Bücherverbrennung in Rendsburg, wie sich erst anlässlich der Recherchen zum Gedenktag der Bücheverbrennung zeigte. Daraufhin wurde im Rendsburger Nordkolleg , in dem ein Haus nach dem ehemaligen Minister benannt worden war, sofort reagiert und der Name wurde gestrichen.

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