Bücherverbrennung in Salzburg

Die Bücherverbrennung in Salzburg fand fünf Jahre nach den Bücherverbrenungen in deutschen Städten statt. Sie folgte am 30. April 1938 auf den Einmarsch der Deutschen in Österreich und war die einzige Bücherverbrennung im heutigen Österreich. Ort der Verbrennung war der Residenzplatz, auf dem Bücher aus Buchhandlungen, Büchereien und privaten Haushalten verbrannt wurden.

Salzburg-Wiki
Artikel zum Gedenken an die Bücherverbrennung in Salzburg

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Erste Einschränkung der Grundrechte

Mit seiner „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes“ sorgte Hindenburg am 4. Februar 1933 dafür, dass Hitler und seine Gefolgsleute mehr und mehr an Macht und Einfluss gewinnen. Wesentliche Grundrechte der Weimarer Verfassung werden eingeschränkt, das gilt besonders für die Versammlungs- und die Pressefreiheit. Das hieß konkret, Versammlungen konnten zum Beispiel aufgelöst werden, „wenn in ihnen Organe, Einrichtungen, Behörden oder leitende Beamte des Staates beschimpft oder böswillig verächtlich gemacht“ (§ 2 (2)) wurden

Für Printmedien galt unter anderem

„Druckschriften, deren Inhalt geeignet ist, die öffentliche Sicherheit oder Ordnung zu gefährden, können polizeilich beschlagnahmt und eingezogen werden“ (§ 7 (1))

Zuständig war in beiden Fällen das Innenministerium, das in den Händen des NSDAP-Vertreters Wilhelm Frick lag. Er war also ab dem 4. 2. zuständig dafür, ob eine Versammlung und eine Veröffentlichung erlaubt war oder nicht.

In meinem Roman bekommt das Gerhard, der Freund meiner Protagonistin zu spüren. Er wollte eine Gewerkschaftsveranstaltung besuchen, die aufgelöst wurde.

Der vollständige Text der Verordnung

Carl von Ossietzky

Zu den Autoren, die in den Feuersprüchen erwähnt wurden, gehört auch Carl von Ossietzky: „Gegen Frechheit und Anmaßung, Für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist! Verschlinge, Flamme, auch die Schriften der Tucholsky und Ossietzky!“ Von Ossietzky zog sich den Hass der Nationalsozialisten vor allem durch sein konsequentes Eintreten und Schreiben für den Frieden und gegen den Krieg zu. Am 23. November 1936 wurde ihm dafür rückwirkend der Friedensnobelpreis des Jahres 1935 zugesprochen, allerdings verbot ihm Hitlers Regierung, diesen Preis anzunehmen.

Carl von Ossietzky, der am 3. Oktober 1889 in Hamburg geboren wurde, stand vor allem als Herausgeber der Zeitschrift „Die Weltbühne“ im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, dabei war er selbst auch Schriftsteller und Journalist. Der Kampf gegen den Krieg war nicht zuletzt geprägt von seinen eigenen Erfahrungen als Soldat im ersten Weltkrieg. Von da an engagierte er sich für den Pazifismus und schreckte auch nicht davor zurück, sich mit den Mächtigen anzulegen. Von Ossietzky kam nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in verschiedene Konzentrationslager und starb am 4. Mai 1938 in einem Berliner Krankenhaus.

Die Weltbühne

Biografie