Karl Kautsky

kautsky

Ausgabe von 1923 (Dietz Verlag)

Karl Kautsky, geboren am 16. Oktober 1854 in Prag, war ein Philosoph und überzeugter Sozialdemokrat, er galt nach dem Tod von Frieddrich Engels Ende des 19. Jahrhunderts als als einer der führenden Köpfe der SPD.

Kautsky engagierte sich in der Partei und durch seine Schriften für die Sozialdemokratie und war auch deshalb bei den Nationalsozialisten nicht gerne gesehen, sein Name findet sich bereits im ersten Feuerspruch:

„Gegen Klassenkampf und Materialismus, Für Volksgemeinschaft und idealistische Lebenshaltung! Ich übergebe den Flammen die Schriften von Marx und Kautsky.“

In seinen Stuttgarter Jahren hat Kautsky zum Beispiel mit August Bebel und Eduard Bernstein am Erfurter Programm mitgewirkt, das auf eine sozialistische Gesellschaft abzielte. Auch am Heidelberger Programm aus dem Jahr 1925 war er beteiligt. Schon 1924 siedelte Kautsky wieder nach Wien über, als dort die Nationalsozialisten einzogen, emigrierte er in die Niederlande, wo er ein halbes Jahr später, am 17. Oktober 1938, starb.

Seine Werke u. a.

  • 1880: Der Einfluß der Volksvermehrung auf den Fortschritt der Gesellschaft.
  • 1887 Karl Marx’ ökonomische Lehren. / Friedrich Engels
  • 1895 Die Vorläufer des neueren Sozialismus. 1895.
  • 1902 Die Soziale Revolution.
  • 1909 Der Weg zur Macht.
  • 1922 Die proletarische Revolution und ihr Programm.

Biografie

Georg Bernhard

Nach seiner Banklehre wurde Georg Bernhard Wirtschaftsjournalist und brachte es schließlich sogar bis zum alleinigen Chefredakteur der Vossischen Zeitung. Er war es, der die Zeitung linksliberal prägte und sie nutzte, um sich für den Erhalt der Demokratie einzusetzen. Das an sich wäre für die Nationalsozialisten schon ein Grund gewesen, ihn zu verfolgen. Als Jude hatte er keine Chance auf Schonung und fand sich neben Theodor Wolff in den Feuersprüchen bei der Bücherverbrennung 1933 wieder:

„6. Rufer: Gegen volksfremden Journalismus demokratisch-jüdischer Prägung, Für verantwortungsbewusste Mitarbeit am Werk des nationalen Aufbaus! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Theodor Wolff und Georg Bernhard.“

Georg Bernhard war am 20. Oktober 1875 in Berlin geboren, also fast 60 Jahre alt, als er im Frühjahr 1933 nach Paris floh. Auch dort setzte er sich nicht zur Ruhe, sondern gründete mit anderen Emigranten das „Pariser Tageblatt“, eine Zeitung für die deutsche Opposition. Als die Deutschen in Frankreich einzogen, kam auch Bernhard in ein Internierungslager, aus dem er 1941 nach New York fliehen konnte. Dort lebte er noch wenige Jahre, das Ende des Krieges hat er jedoch nicht mehr erlebt, er starb am 10. Februar 1944.

Werke u. a.

  • 1902 Krach – Krisis und Arbeiterklasse.
  • 1918 Wie finanzieren wir den Krieg?
  • 1923 Wirtschaftsparlamente. Von den Revolutionsräten zum Reichswirtschaftsrat.
  • 1925 mit Hugo F. Simon und Harry Graf Kessler: In Memoriam Walther Rathenau, 24. Juni 1922.

Kurzbiografie
Artikel über das „Pariser Tageblatt“

Ernst Gläser

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Ausgabe von 1928
(Gustav Kiepenheuer Verlag)

Heute ist der 50ste Todestag Ernst Gläsers. Er gehörte zu jenen Autoren, die in den Feuersprüchen extra erwähnt wurden:

„Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.“

Geboren wurde Ernst Gläser, der auch unter den Pseudonymen Anton Ditschler, Erich Meschede, Alexander Ruppel und Ernst Töpfer am 29. Juli 1902 in Butzbach. Ernst Gläser arbeitete von 1928 bis 1930 beim Südwestdeutschen Rundfunk und bis 1933 im Prophyläen Verlag. Sein gesellschaftskritischer Roman „Jahrgang 1902“ erschien 1928, international wurde er viel beachtet, die Nationalsozialisten kritisierten jedoch sein Eintreten für den Pazifismus, seine offene Darstellung der Sexualität und die Kritik an der Gesellschaft. Gläser emigrierte bereits 1933, zunächst in die Tschoslowakei und dann in die Schweiz. Im April 1939 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm sogar publizistische Aufgaben, die Nazis nutzen ihn nun als Vorzeigeautor.

An seine Erfolge vor der Bücherverbrennung und der Emigration konnte er nie wieder anknüpfen, wohl auch, weil er vor allem versuchte, seinen Sinneswandel literarisch aufzuarbeiten. Er starb heute vor 50 Jahren in Mainz.

Werke unter anderem:

  • 1924 Überwindung der Madonna
  • 1928 Jahrgang 1902
  • 1930 Frieden 1919 (auch nur Frieden)
  • 1935 Der letzte Zivilist

Kurze Darstellung von Leben und Werk

Auszug aus dem Roman „Jahrgang 1902“

Irmgard Keun

Irmgard Keun wurde am 6. Februar 1905 in das Berlin geboren. Als sie ach Jahre alt war, siedelte die Fami nach Köln um, wo sie nach verschiedenen Stationen immer wieder landete und am 5. Mai 1982 starb.

Bereits Irmgard Keuns erster Roman „Gilgi – eine von uns“, der im Oktober 1931 erschien, wurde ein Bestseller. Alleine bis November 1932 wurden 30.000 Exemplare in sechs Auflagen gedruckt. Ein Jahr nach dem Erscheinen hat bereits die Filmversion „Eine von uns“ Premiere.

Auch ihr zweiter Roman „Das kunstseidene Mädchen“, der im Frühjahr 1932 erschien, wurden ein großer Erfolg. Irmgard Keun wurde mit Lob seitens der Literaturkritik auch im Ausland überschüttet und es gab einige Übersetzungen.

In Deutschland erntete sie Kritik, weil ihre Fraen zu selbstbewusst waren.

Ob die Bücher von Irmgard Keun Opfer der Bücherverbrennung wurden, ist nicht eindeutig geklärt. Sicher ist, dass sie spätestens im Oktober 1933 verboten und beschlagnahmt wurden. Irmgard Keun floh aus Deutschland, nach dem Krieg kam sie nach Deutschland zurück, lebte hier jedoch unter einem Decknamen, bis sie von einem Journalisten im Rahmen einer Recherche über die Bücherverbrennung in den 70er Jahren ausfindig gemacht wurde.

Ihre Werke u. a.

  • 1931 „Gilgi – eine von uns“
  • 1932 „Das kunstseidene Mädchen“
  • 1937 „Nach Mitternacht“

Video-Porträt auf YouTube

Artikel zu ihrem 105ten Geburtstag

Info über ihr Leben

Emil Ludwig

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Ausgabe von 1930
(Ernst Rowohlt Verlag)

Emil Ludwig, geboren am 25. Januar 1881 in Breslau, wuchs als Sohn eines jüdischen Augenarztes auf und studierte Jura. Er war 1902 zum Christentum konvertiert, trat jedoch aus Protest wieder zum Judentum über, nachdem sein Freund Walter Rathenau ermordet worden war. Von 1906 bis 1940 lebte er als freier Schriftsteller und Zeitungskorrespondent in der Schweiz, 1932 erhielt er die Schweizer Staatsbürgerschaft. Dennoch emigrierte er 1940 in die USA. Emil Ludwig war mit seinen historischen, populärwissenschaftlichen Werken einer der erfolgreichsten Autoren nach dem ersten Weltkrieg, 1930 hatten seine Bücher bereits eine Auflage von 2,5 Mio. Exemplaren in über 20 Sprachen erreicht. Mit dem Slogan „Gegen Verfälschung unserer Geschichte und Herabwürdigung ihrer großen Gestalten, für Ehrfurcht vor unserer Vergangenheit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Emil Ludwig und Werner Hegemann!“ wurden seine Biographien trotz ihrer Beliebtheit von den Anhängern der Nationalsozialisten verbrannt. Emil Ludwig starb am 7. September 1948.

Eine Auswahl seiner Werke:

  • 1901 Oedipus, Drama
  • 1903 Ein Friedloser, Drama
  • 1904 Ein Untergang, Drama
  • 1906 Napoleon, Drama
  • 1910 Der Papst und die Abenteuerer, Drama
  • 1912 Bismarck, Biographie (erw. 1917)
  • 1913 Wagner oder Die Entzauberung, Biographie (erw. 1919)
  • 1914 Friedrich, Kronprinz von Preußen, Drama
  • 1920 Goethe
  • 1928 Der Menschensohn, Biographie
  • 1930 Lincoln, Biographie

Wikipedia-Artikel über Leben und Werk
Diskussion über Emil Ludwig in der Weimarer Republik

Vicki Baum

Vicki Baum gehört zu jenen Autorinnen, deren Namen nicht in der „Schwarzen Liste“, die der Bücherverbrennung zugrunde lag, stand. Allerdings gibt es eine Quelle, dass ihr Buch in Rostock an den Schandpfahl genagelt wurde und auch in anderen Orten wird ihr Name erwähnt.

Die Österreicherin wurde am 24. Januar 1888 in Wien geboren und starb am 29. August 1960 in Hollywood. Sie schrieb seit 1914 zunächst und hatte 1928 ihren Durchbruch mit dem Roman „Stud. med. Helene Willfüer“. Ihre bekanntestes Werk ist jedoch „Menschen im Hotel“, das auch am Broadway inszeniert und vor allem in Hollywood mit Greta Garbo verfilmt wurde. Schon 1932 verließ Vicki Baum Deutschland, um sich in Kalifornien niederzulassen. Nach dem zweiten Weltkrieg bereiste sie verschiedene Länder in Europa, allerdings nie wieder Deutschland.

Zu ihren bekanntesten Werken, die verfilmt wurden, zählen:

  • Menschen im Hotel (1929)
  • Das große Einmaleins (Rendezvous in Paris)(1935)
  • Hotel Shanghai (1939)

Porträt von Vicki Baum

Gina Kaus

Gina Kaus, geboren am 21. Oktober 1893 als Regina Wiener, wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Wien auf, schon mit 20 heiratet sie das erste Mal und folgt ihrem Mann von Wien nach Breslau. Nach seinem Tod im ersten Weltkrieg zog sie zurück nach Wien und begann zu schreiben, unter anderem unter dem Pseudonym Andreas Eckbrecht. Ihre Komödie „Diebe im Haus“ wurde schon 1917 am Wiener Burgtheater uraufgeführt. Für ihre Erzählung „Der Aufstieg“ erhielt sie 1921 den Theodor-Fontane-Preis. Der richtige Durchbruch gelang ihr 1932 mit dem Bestseller „Die Überfahrt“, der Roman „Katharina die Große“ hielt sich in den USA 1935 sogar zwei Monate auf der Bestsellerliste. Gina Kaus Engagement gilt der Rolle und Aufgabe der Frau, 1924 gründet sie die Frauenzeitschrift „Die Mutter“, die beeinflusst von den Ideen Alfred Adlers vor allem Informationen über die Psyche des Kindes vermittelten. Die Resonanz auf die Zeitschrift war so groß, dass Gina Kaus eine Frauenberatungsstelle ins Leben rief und hilfesuchende Frauen persönlich beriet. Auch in ihren Werken spiegelt sich ihr Engagement wieder, Hauptfiguren sind selbstbewusste, ehrgeizige und überlegene Frauen, sodass es aus heutiger Sicht nicht wundert, dass die Nationalsozialisten ihre Bücher ablehnten und 1933 verbrannten. Bereits 1933 hat die damals bekannte und beliebte Schriftstellerin Deutschland verlassen, zunächst zog sie nach Österreich und Frankreich und bei Kriegsbeginn in die USA. Nach dem Krieg machte sie einige Versuche, wieder in Berlin und Wien zu leben, ehe sie sich schließlich endgültig in den USA niederließ. Nach ihrer Emigration aus Deutschland schrieb sie vor allem Drehbücher, erschienen ist von ihr lediglich noch die Biographie „Und was für ein Leben“. Am 23. Dezember 1985 starb sie in Los Angeles.

Geschrieben hat sie zum Beispiel:

  • 1919 Diebe im Haus (als Andreas Eckbrecht!), Komödie
  • 1920 Der Aufstieg, Novelle
  • 1925 Das verwunschene Land, Roman, und Der lächerliche Dritte, Komödie
  • 1926 Im Haus der Tugend, Komödie
  • 1927 Toni. Eine Schulmädchen-Komödie in zehn Bildern
  • 1928 Die Verliebten, Roman
  • 1921 Die Brautnacht
  • 1932 Morgen um Neun und Die Überfahrt, Romane
  • 1933 Die Schwestern Kleh, Roman

Wikipedia-Artikel über Gina Kaus

Fritz Löhner-Beda

Wussten Sie, dass der Texter von Liedern wie „Dein ist mein ganzes Herz“, „Ausgerechnet Bananen“ oder „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“ heute vor 70 Jahren zu Tode geprügelt wurde? Fritz Löher-Beda wurde am 24. Juni 1883 als Bedrich Löwy geboren. 1938 kam er als tschechischer Jude zunächst nach Dachau und später nach Buchenwald. Von dort aus musste er bei den IG Farben arbeiten, er wurde denunziert und weil er angeblich zu wenig leistete, geschlagen, bis er starb. Eines der zahlreichen Opfer der Nazis, die kaum bekannt sind, obwohl sie Werke geschaffen haben, die ihre Zeit überdauerten. Fritz Löher-Beda hat für viele Operetten von Franz Lehar die Texte geschrieben. Gestorben ist er am 4. Dezember 1942.

Werke unter anderem

  • Getaufte und Baldgetaufte (1908)
  • „In der Bar zum Krokodil“ (Text / Gesang Comedian Harmonists)
  • „Du schwarzer Zigeuner“
  • „Drunt‘ in der Lobau“
  • „Ausgerechnet Bananen“
  • „Friederike“ (Operette 1928)
  • „Das Land des Lächelns“ (Operette 1929)

Wollheim Memorial über Löhner-Beda

Dein ist mein ganzes Herz

Kabarett-Archiv

Mascha Kaléko

Mascha Kaléko, geboren am 7. Juni 1912 im polnischen Schidlow, veröffentlichte bereits mit 18 ihre ersten Texte in verschiedenen Berliner Tageszeitungen. Sie machte sich, unter anderem durch die Förderung des bekannten Literaturkritikers Monty Jacobs schnell einen Namen in der Literaturszene. 1933 erschien ihre erste Buchveröffentlichung, „Das lyrische Stenogrammheft“. Kurze Zeit später erhielt Mascha Kaléko  Schreibverbot und emigrierte nach Anfeindungen seitens der gleichgeschalteten Presse 1938 nach New York. Ob ihr Buch verbrannt wurde oder nicht, darüber gibt es widersprüchliche Quellen. Sicher ist jedoch, dass ihre literarische Karriere durch die Nationalsozialisten unterbrochen, ja sogar stark beeinträchtigt wurde. Sie starb am 21. Januar 1975, ohne dass sie an ihre frühen Erfolge anknüpfen konnte, was ihr größter Wunsch war. Umso schöner ist, dass ihr Gesamtwerk es auf den 2. Platz der SWR-Bestenliste im Dezember geschafft hat.

Ihre Werke unter anderem:

  • Das lyrische Stenogrammheft (1933)
  • Kleines Lesebuch für Große (1935)
  • Verse für Zeitgenosseen (1945)
  • Das himmelgraue Poesiealbum (1968)

Internetseite über Mascha Kaléko und ihr Werk

Mascha Kalékos Berlin

Biografischer Überblick und andere Informationen

Kurze Übersicht über Leben und Werk

Theaterstück über Mascha Kaléko im Theater an der Volme, Hagen

Stefan Zweig

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Ausgabe von 1932
(Insel-Verlag)

Heute jährt sich der Geburtstag (28. November 1881) von Stefan Zweig, dessen Bücher bei der Bücherverbrennung verbrannt wurden.

In meinem Roman kommt sein Buch „Brennendes Geheimnis“ vor, als Buch, das Samuel heimlich liest, und als Film mit Klaus Maria Brandauer, an den Karina sich erinnert. (Im Projekt Gutenberg als E-Book zu lesen.)

Stefan Zweig war einer der jüdischen Schriftsteller, die schon vor 1933 viele heute noch bekannte Werke veröffentlicht haben. Viele davon mit einem historischen Bezug wie „Marie Antoinette“ oder „Joseph Fouché“. Seine Bücher standen von Beginn an auf der Schwarzen Liste. Schon bald nach der Machtergreifung war er in seinem Heimatland Österreich nicht mehr sicher. Er emigrierte im Februar 1934 nach London und nahm nach Kriegsausbruch sogar die britische Staatsbürgerschaft an. Allerdings fühlte er sich in Großbritannien nicht sicher und zog weiter nach Amerika. Von dort aus siedelte er nach Brasilien über, wo er am 23. Februar 1942 Selbstmord beging.

Zu seinen Werken zählen u. a.

  • „Brennendes Geheimnis“ (1911)
  • „Der Zwang“ (1920)
  • „Romain Rolland“ (1921)
  • „Joseph Fouché“ (1929)
  • „Marie Antoinette“ (1932)
  • „Maria Stuart“ (1935)
  • „Schachnovelle“ (1942)
  • „Sternstunden der Menschheit“ (erste Ausgabe 1927), mein persönliches Lieblingswerk, das ich immer wieder lese.

Internetseite über Stefan Zweig sein Leben und Werk