Bücherverbrennung in Bamberg

In Bamberg ließen sich die Organisatoren des Tages der Jugend von den Geschehnissen in Deutschland im Mai 1933 beeinflussen. Bei der Planung ihres Jugendtages für den 24. Juni 1933 sahen sie eine Sonnenwendfeier in Verbindung mit einer Bücherverbrennung vor. Diese musste dann wegen des schlechten Wetters auf den 1. Juli 1933 verschoben werden. An dem Abend brannten im Bamberger Volksparkstadion die Bücher jüdischer, kritischer und sonstwie unliebsamer Autoren. Nach einem Aufmarsch der Reichswehr und Schutzpolizei mit akademischen Verbindungen und anderen örtlichen Institutionen inkl. Hitlerjugend, SS und SA versammelten sich die Bamberger, um die Bücher zu verbrennen. Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit der Rede eines NSDAP-Stadtrates, anschließend verlasen Hitlerjungen die Feuersprüche, dabei wurden die Bücher verbrannt.

 

Bücherverbrennung in Schleswig

In Ermangelung von Studenten übernahm es in Schleswig die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) zusammen mit der Deutschen Arbeitsfront, die Stadt von unliebsamen Büchern zu säubern. vor allem die Gewerkschaftsbibliothek war ihnen ein Dorn im Auge, deren Bücher waren es dann auch vor allem, die am 23. Juni 1933 auf dem Stadtfeld ein Opfer der Flammen wurden. Initiator der Aktion war Dr. Fritz Michel, Redaktionsleiter der Schleswiger Nachrichten und Kreiskulturwart der NSDAP. Ehe die Bücher verbrannt wurden, las er einen selbst verfassten Feuerspruch vor, den die rund 5.000 Schleswiger Bürger, die sich eingefunden hatten, mitsprechen sollten. Anschließend wurden die etwa 50 Zentner Bücher, die in  Blockwagen auf das Stadtfeld gebracht worden waren, mit einer Brandfackel entzündet und verbrannt.

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Bücherverbrennung in Laupheim

Am  22. und 23. Juli 1933 gab es in Laupheim ein zweitägiges Treffen der Hitlerjugend, das diese für eine Bücherverbrennung nutzte. Auf der Festwiese trafen sich am Abend des 22. Juli 1933 nicht nur die 800 Jugendlichen, sondern auch zahlreiche Schaulustige, um dem Spektakel beizuwohnen. Es begann mit einer Verbrennung der unliebsamen Bücher und Fahnen und endete mit einem Fackelzug durch die kleine Stadt.

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Bücherverbrennung in Offenburg

Die Bücherverbrennung in Offenburg, die am 17. Juni 1933 auf dem Marktplatz stattfand, war eine Aktion der Hitlerjugend, die auch in Offenburg Bücher einsammelte, das zeigt eine Quittung der Volksbibliothek, ihr quittierte der Kreisjugendführer der Hitlerjugend, dass er „oben angef. Bücher zum Verbrennen erhalten, 17.6.33.“ hat. Diese und viele andere Bücher wurden am Abend des 17. Juni auf einem Scheiterhaufen verbrannt, dazu wurden die Feuersprühe verlesen.

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Bücherverbrennung in Pforzheim

Die Berichte über die studentischen Bücherverbrennungen haben auch die Pforzheimer angeregt, mit einer ähnlichen Aktion ihren Willen zur deutschen Kultur zu dokumentieren. Federführend war dabei die Hitlerjugend, allerdings wird vermutet, dass der Gauleiter Kemper im Hintergrund die Fäden zog und die Aktion initiierte.

Aber auch der Bund deutscher Mädchen hatte einen Anteil an der Veranstaltung am 17. Juni 1933 auf dem Marktplatz. Der BDM leitete mit einem Sprechchor die Veranstaltung ein, sie riefen „undeutsche Schrift, verbrenn“, ferner spielte eine SA-Kapelle für die Zuschauer, unter denen sich auch Funktionäre der Partei und Vertreter der Stadt befanden. In das Feuer kamen vor allem Heftchen und Bücher, die Bevölkerung ließ bei der Haussammlung die Bücher im Regal und kramte Kleinigkeiten hervor, um sich zu beteiligen. Dass die Pforzheimer nicht so richtig hinter dem Ganzen standen, zeigen Augenzeugenberichte, nach denen einige Zuschauer am Ende der Veranstaltung Heftchen und Bücher, die nicht verbrannt waren, vom Scheiterhaufen klaubten.

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Bücherverbrennung in Rendsburg

Über die Verbrennung in Rendsburg ist wenig bekannt, Presseberichte dokumentieren, dass am 9. Oktober 1933 auf dem Paradeplatz eine Bücherverbrennung stattgefunden hat. Auf dem Platz fanden sich neben den Zuschauern und den Initiatoren vom Kampfbund für deutsche Kultur Vertreter von SA, SS, Stahlhelm, Hitlerjugend und BDM ein, ein Spielmannzug und der Rendsburger Posaunenchor sorgten für die musikalische Untermalung. Mit einer Ansprache leitete der Ortsgruppenleiter des Kampfbundes Hans von Essen die Zeremonie ein, der Leiter der Fachschaft Schrifttum und Wissenschaft, Rektor Paul Friedrich Juels, hielt danach die Feuerrede, ehe die Bücher verbrannt wurden. Wie bei dem großen Vorbild, der studentischen Bücherverbrennung, endete auch die Rendsburger Veranstaltung mit dem Horst-Wessel-Lied.

Bücherverbrennung in Niedergrunstedt bei Weimar

Im Rahmen der Sonnenwendfeier gab es in Niedergrunstedt am 21 Juni 1933 eine Bücherverbrennung, die vom Deutschen Handlungshilfen-Verband initiiert wurde. Die Organisatoren orientierten sich an den Vorgaben der Studentenschaft für die studentischen Bücherverbrennungen. Auf der Höhe wurden nationalsozialistische Lieder gesungen, es gab Reden und Gedichtvorträge und vor allem wurden die Bücher ins Feuer geworfen.

Bertha von Suttner

Heute vor 170 Jahren wurde Bertha von Suttner geboren, deren Bücher 1933 in den Flammen der Scheiterhaufen verbrannten.

Bertha von Suttner kam am 9. Juni 1843 in Prag als Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau zur Welt und starb am 21. Juni 1914 in Wien.

Schon früh engagierte sich die Pazifistin und Schriftstellerin für den Frieden, was ihr 1905 als erste Frau überhaupt den Nobelpreis einbrachte.

Auch, wenn der Adelstitel es vermuten lässt, war das Leben der Bertha von Suttner nicht immer einfach. Zwar stammte sie aus einer vermögenden Familie, doch verspielte ihre Mutter das Erbe ihres Mannes, sodass Bertha eine Stelle als Gouvernante annehmen musste.

Als sie mit ihrem Mann für viele Jahre in den Kaukasis zog und die dortigen Verhältnisse kennen lernte, begann sie journalistische Artikel zu schreiben, die unter dem Pseudonym B. Oulot veröffentlicht wurden. Die Erfahrungen im Kaukasus lösten ein Engagement für den Frieden und eine friedliche Gesellschaft aus, das bis zu ihrem Tod anhielt. Mit Artikeln und Geschichten, Reden und der Teilnahme an Demonstrationen, politischen Interventionen und nicht zuletzt mit ihrem Roman „Die Waffen nieder!“ versuchte sie aufzuzeigen, dass nur eine friedliche Gesellschaft eine Zukunft hat.

Eine Auswahl ihrer Werke:

  • 1885 Ein schlechter Mensch
  • 1889 Das Maschinenzeitalter
  • 1889 Die Waffen nieder

Informationen zur Verleihung des Friedensnobelpreises an Bertha von Suttner
Ihre Werke im Internet

Bertha von Suttner-Stiftung