Werner Hegemann

„Gegen Verfälschung unserer Geschichte und Herabwürdigung ihrer großen Gestalten, Für Ehrfurcht vor unserer Vergangenheit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Emil Ludwig und Werner Hegemann.“ Mit diesen Worten wurden die Veröffentlichungen des Architekten und linksliberalen Schriftstellers am 10. Mai 1933 den Flammen übergeben.

Werner Hegemann war nicht nur Schriftsteller, er war auch ein namhafter Stadtplaner und Architekturkritiker, der besonders in der Weimarer Republik von sich reden machte. Geboren am 15. Juni 1881 in Mannheim war er aus familiären Gründen schon früh viel in der Welt unterwegs, was sich auch auf seine Sicht auf die Stadtplanung auswirkte. Doch zunächst studierte er Nationolökonomie, zu seinem Schwerpunktthema Stadtplanung kam er durch Erfahrungen und Kontakte vor allem mit Städtebauern in den USA.

Es waren jedoch nicht seine architekturkritischen Schriften, die es den nationalsozialistisch gesinnten Autoren der Feuersprüche angetan hatten, sondern seine sozialkritischen Bücher. Er kritisierte die fehlende Zukunftsorientierung der Deutschen, die starke Rückwärtsgewandtheit und schrieb dies unter dem Pseudonym Manfred Maria Ellis auch nieder. Durch seinen teilweise satirischen Stil und seine Art, historische Zusammenhänge belletristisch aufzubereiten, zog er sich zunächst die Kritik der Historiker zu, schon lange, ehe die Nationalsozialisten seine Literatur ablehnten und ihn als „Geschichtsverfälscher“ einstuften. Das erlebte er schon nicht mehr in Deutschland mit, weil er auf den Rat seines Verlegers hin bereits im Februar 1933 emigrierte und die Entwicklung in Deutschland zunächst aus der Schweiz und später aus den USA beobachtete. Er starb am 12. April 1936.

Werke u. a.

Fridericus oder Das Königsopfer. Neue, erw. Auflage. Verlag Hegner, Hellerau 1926.
Napoleon oder „Kniefall vor dem Heros“. Verlag Hegner, Hellerau 1927.

Biografie

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