Großtante Katharina

Heute erlaube ich einen kleinen Blick hinter die Kulissen meiner Autorenwerkstatt. Mein Roman hat zwei Handlungsstränge, er spielt teilweise in unserer Zeit und teilweise in der ersten Jahreshälfte 1933. Die Idee zu dem Projekt hatte ich schon länger und es war immer klar, dass eine junge Frau aus der Jetzt-Zeit sich auf Spurensuche begibt.

Das Problem, das sich mir stellte, war, einen Beziehung zwischen der jungen Frau von 1933 und der jungen Frau von 2009 herzustellen. Nun ist die junge Katharina aus den 30er Jahren die Großtante der Karina von 2009. Schon kam Kritik von einem Verlag, die verwandtschaftlichen Beziehungen wären zu komple. Ich, mit meiner großen Verwandtschaft im Münsterland, konnte das gar nicht verstehen. Daher für all jene, die nicht ganz so firm sind, ein kleiner Exkurs in Sachen verwandtschaflicher Beziehungen.

Die Großtante ist die Schwester eines Großvaters oder einer Großmutter, also eine Tante von Vater oder Mutter.

Großtante Katharina, die im Roman nur Tante Katharina genannt wird, ist Anfang 1933 Mitte zwanzig, sie arbeitet im Haushalt des jüdischen Buchhändlers Jakob Weizmann, ist mit einem Malergesellen verlobt und lebt wie zu der Zeit üblich noch bei ihren Eltern. Die Stelle bei dem Buchhändler ist ihre zweite Stelle, was eher ungewöhnlich ist. Sie musste ihre vorherige Stelle im Haushalt eines Arztes aus Gründen, die im Buch erst nach und nach klar werden, aufgeben. Bei ihrer ersten Stelle hat sie zum einen ihre Liebe zu Büchern vertiefen können und sie wurde mehr oder weniger gezwungen, Hochdeutsch zu sprechen.

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