Hervorgehoben

Brandbücher

Dieses ist vorerst der letzte Beitrag in diesem Blog zur Bücherverbrennung. Mein Ziel war, immer wieder an dieses unglaubliche Ereignis zu erinnern, mit dem sich die geistige Elite Deutschlands hinter ein perfides, menschenverachtendes System stellte. Dabei hätten gerade die Studenten und Professoren Heines Mahnung kennen sollen: „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ Ob je eine literarische Aussage auf so unfassbare Weise Realität wurde.

Der letzte Blog-Beitrag bedeutet nicht, dass ich das Thema oder die Zeit vergessen werde. Aber ich habe alle Orte der Bücherverbrennung vorgestellt, die mir bekannt sind, alle Autoren, die in den Feuersprüchen erwähnt wurden, und darüber hinaus Autoren, an die ich gerne erinnern wollte. Die Übersicht der Autoren ist daher subjektiv und von meinem Lesegeschmack und von meinen Interessen geprägt. Die Liste der Schriftsteller, Politiker und Wissenschaftler, deren Bücher am 10. Mai 1933 und in den Monaten danach verbrannt wurden, ist lang. Sollte mir auffallen, dass es wichtig wäre, an einen Autor zu erinnern, werde ich den Beitrag ergänzen. Vorerst werde ich mich verstärkt neuen Themen widmen.

Aber natürlich hoffe ich, dass ich durch Anfragen und Lesungen zu meinem Roman „Brandbücher“ immer wieder zur Bücherverbrennung zurückgeführt werde. Vielleicht auch durch weitere Enthüllungen rund um die Bücherverbrennung wie die, die es in diesem Jahr kurz vor Erscheinen des Romans gab und die zeigt, dass Fantasie und Fiktion häufig näher an der Wirklichkeit sind, als die Fantasierenden ahnen.

Bei Fragen und Interesse an Lesungen oder Vorträgen zur Bücherverbrennung erreichen Sie mich am besten per E-Mail oder über meine Autoren-Seite www.birgit-ebbert.de

Bücherverbrennung in Neu-Isenburg

Mit einem großen Volksfest wurde die Bücherverbrennung am 24. Juni 1933 in Neu-Isenburg begangen. Auf dem Wihelmsplatz versammelten sich die Bürger, um die eingesammelten Bücher bei Gesängen und Tänzen ins Feuer zu werfen.

2015 wurde eine Gedenktafel am Alten Feuerwehrhaus installiert, die an das Ereignis erinnert.

Stadt erinnert an die Barbarei der Bücherverbrennung (Externer Link zu op-online 25. Mai 2016)

Presseinformation zur Einweihung der Gedenktafel

Bücherverbrennungen im Kinzigtal

Es ist erstaunlich, aber selbst nach über 80 Jahren kommen immer noch neue Bücherverbrennungen unter der NS-Flagge zum Vorschein. So entdeckte Frank Schader bei der Recherche über den Wolfacher Kunstmaler Eduard Trautwein in der Wolfacher Tageszeitung „Der Kinzigtäler“ Hinweise auf Bücherverbrennungen in Wolfach und Umgebung. Bei der vertiefenden Recherche tauchte ein Bericht über die Bücherverbrennung in Gengenbach auf.

In einem Artikel im Schwarzwälder Boten hat er seine Rechercheergebnisse zusammengefasst. Dazu gehört, dass im Kinzigtal wie auch in manchen anderen Orten das „Fest der deutschen Jugend“ am 24. Juni 1933 für Bücherverbrennungen genutzt wurde.

In Wolfach wurden unter Leitung eines Lehrers und NS-Jungvolkführers Bücher auf dem Kreuzbergsattel verbrannt.

Zeitgleich gab es Ansprachen und ein Feuer für Bücher auf dem Schlossberg in Hausach.

In Haslach waren es die Mitglieder von Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel, die Bücher ins Feuer auf dem Sportplatz warfen.

Während man in den Orten dem Wetter trotzte, wurde die Veranstaltung in Schiltach auf den 1. Juli verlegt und nach einer Ansprache durch den Bürgermeister Bücher verbrannt.

In Bad Rippoldsau verband man die Bücherverbrennung am 25. Juni mit einem Marsch, an dem Schüler und NS-Organisationen sowie Vereine teilnahmen.

Wer weiß, vielleicht schlummern weitere Informationen in den Archiven, die bisher keiner bergen konnte oder wollte.

Beitrag über die Bücherverbrennungen im Kinzigtal vom 22. April 2016 „Welttag des Buches“ (Frank Schrader)

Nachtrag am 3. September 2016:

Inzwischen hat Frank Schrader auch Informationen über eine Bücherverbrennung in Zell am Hammersbach entdeckt. Am 19. Juni 1933 warf die Hitlerjugend auf dem Marktplatz Bücher ins Feuer. Bei jedem Buch, das im Feuer landete wurde gerufen: „Verbrenne undeutscher Geist!“

Feuersprüche

Neben der „Schwarzen Liste“, die als Grundlage für die Bücherverbrennungen diente, gab es neun Feuersprüche, in denen einige den Nazis verhasste Autoren und Wissenschaftler besonders herausgestellt wurden. Diese Feuersprüche wurden beim Verbrennen der Bücher ausgerufen:

Die „Feuersprüche“ lauteten wie folgt:

1. Rufer: Gegen Klassenkampf und Materialismus, für Volksgemeinschaft und idealistische Lebenshaltung! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Marx und Kautsky.

2. Rufer: Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.

3. Rufer: Gegen Gesinnungslumperei und politischen Verrat, für Hingabe an Volk und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Friedrich Wilhelm Förster.

4. Rufer: Gegen seelenzerfasernde Überschätzung des Trieblebens, für den Adel der menschlichen Seele! Ich übergebe der Flamme die Schriften des Sigmund Freud.

5. Rufer: Gegen Verfälschung unserer Geschichte und Herabwürdigung ihrer großen Gestalten, für Ehrfurcht vor unserer Vergangenheit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Emil Ludwig und Werner Hegemann.

6. Rufer: Gegen volksfremden Journalismus demokratisch-jüdischer Prägung, für verantwortungsbewußte Mitarbeit am Werk des nationalen Aufbaus! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Theodor Wolff und Georg Bernhard.

7. Rufer: Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkrieges, für Erziehung des Volkes im Geist der Wahrhaftigkeit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Erich Maria Remarque.

8. Rufer: Gegen dünkelhafte Verhunzung der deutschen Sprache, für Pflege des kostbarsten Gutes unseres Volkes! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Alfred Kerr.

9. Rufer: Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist! Verschlinge, Flamme, auch die Schriften der Tucholsky und Ossietzky!

(hier zitiert nach: Ulrich Walberer (Hrsg.): 10. Mai 1933. Bücherverbrennung in Deutschland und die Folgen. Fischer 1983, S. 115)

Bücherverbrennung in Recklinghausen

Am 14. Juli 1933 fand auch in Recklinghausen eine Bücherverbrennung statt. Auf dem heutigen Süder Neumarkt, dem damaligen Leo-Schlageter-Platz versammelten sich auf Initiative des Sturmbanns 1 die Bürger aus Recklinghausen und beobachteten, wie ein Scheiterhaufen aus Büchern, die Fahnen der Kommunisten und die Volksverräter symbolisierende Puppen verbrannt wurden.

Der Akt der Bücherverbrennung begann mit einem Umzug durch Recklinghausen Süd, der auf dem Süder Neumarkt endete, wo der Sturmbann-Führer Rektor Dietz in seiner Rede unter anderem ausrief:

„Heute Abend haben wir uns auf dem Platz, der dem Helden Leo Schlageter geweiht ist, versammelt, um ein verspätetes Sonnenwendfeuer zu entfachen, und eines besonderer Art soll zum Himmel lodern; nicht das bl. Holz unserer Wälder haben wir genommen, sondern wir haben e i n e n   S c h e i t e r h a u f e n   e r r i c h t e t   a u s   S c h r i f t e n   u n d   B ü c h e r n   m a r x i s t i s c h e r,   k o m m u n i s t i s c h e n    u n d   u n s i t t l i c h e n   I n h a l t s. In den letzten Wochen haben wir aus Häusern gewisser Volksverräter, von Bibelforschern und aus Bibliotheken alles das herausgeholt, was der jüdische Intellektualismus mit all seinen Trabanten in den letzten 14 Jahren als giftigen Schmutz in das Volk gestreut hatte. Und die Träger dieses geistigen Sumpfes, die selbst das, was dem Volk von jeher heilig war, in den Schmutz zogen: Vaterland, Religion, Sitte und Moral, hatten es damals leider leicht, das Volk mit Ihrem Geifer zu bejubeln, da dieses apathisch alles über sich ergehen ließ. Und das war nicht verwunderlich, da ja die Regierung von ehedem selbst dieses Treiben tolerierte, oder gar unterstützte. …

Wenn gleich der Scheiterhaufen in Brand gesetzt wird und zum Himmel lodert, die roten Fahnen der „Volksbeglücker“ verbrennend,
so möge er ein Fanal sein für Stadt und Land und allen zurufen: M a c h t’ s   e b e n s o,   f o l g t   R e c k l i n g h a u s e n   n a c h . Und Du, Volksgenosse, wenn Du nach Hause kommst, dann schaue nach, ob nicht auch bei dir noch irgendwo Schmutz in wortgebändigter Form liegt, und übergebe ihn dem Feuer, damit die reine Seele Deines Kindes nicht getrübt wird und damit wieder Jünglinge und Männer heranwachsen, die es verstehen, wie die Kriegsfreiwilligen von Langemarck mit dem Deutschland „ mit dem Horst-Wessel-Lied auf den
Lippen, wenn es nottut, fürs Vaterland zu sterben.“

Quelle: Artikel aus der Recklinghäuser Zeitung vom 15.7.1933, zit. n. http://www.buecherverbrennung-recklinghausen.de

Weitere Informationen über die Bücherverbrennung in Recklinghausen www.buecherverbrennung-recklinghausen.de 

. In Recklinghausen fand am 14. Juli 1933 auf dem Süder Neumarkt eine von „langer Hand“ geplante Bücherverbrennung durch die SA, NSDAP und Polizei von Recklinghausen statt.
Die Initiatoren Frau Dr. Asli Nau und Erich Burmeister haben Texte von verfemten Autoren und Autorinnen ausgewählt, die am Montag, dem 81. Jahrestag der Bücherverbrennung, in der Zeit zwischen 19 bis 20 Uhr in der Süder Bücherei-Zweigstelle vorgetragen werden.Südstadt: „Lesen gegen das Vergessen“ wird verlegt – Ruhr Nachrichten – Lesen Sie mehr auf:
http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/recklinghausen/Suedstadt-Lesen-gegen-das-Vergessen-wird-verlegt;art106697,2422291#plx104339769
In Recklinghausen fand am 14. Juli 1933 auf dem Süder Neumarkt eine von „langer Hand“ geplante Bücherverbrennung durch die SA, NSDAP und Polizei von Recklinghausen statt.
Die Initiatoren Frau Dr. Asli Nau und Erich Burmeister haben Texte von verfemten Autoren und Autorinnen ausgewählt, die am Montag, dem 81. Jahrestag der Bücherverbrennung, in der Zeit zwischen 19 bis 20 Uhr in der Süder Bücherei-Zweigstelle vorgetragen werden.Südstadt: „Lesen gegen das Vergessen“ wird verlegt – Ruhr Nachrichten – Lesen Sie mehr auf:
http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/recklinghausen/Suedstadt-Lesen-gegen-das-Vergessen-wird-verlegt;art106697,2422291#plx553088037
In Recklinghausen fand am 14. Juli 1933 auf dem Süder Neumarkt eine von „langer Hand“ geplante Bücherverbrennung durch die SA, NSDAP und Polizei von Recklinghausen statt.
Die Initiatoren Frau Dr. Asli Nau und Erich Burmeister haben Texte von verfemten Autoren und Autorinnen ausgewählt, die am Montag, dem 81. Jahrestag der Bücherverbrennung, in der Zeit zwischen 19 bis 20 Uhr in der Süder Bücherei-Zweigstelle vorgetragen werden.Südstadt: „Lesen gegen das Vergessen“ wird verlegt – Ruhr Nachrichten – Lesen Sie mehr auf:
http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/recklinghausen/Suedstadt-Lesen-gegen-das-Vergessen-wird-verlegt;art106697,2422291#plx553088037
In Recklinghausen fand am 14. Juli 1933 auf dem Süder Neumarkt eine von „langer Hand“ geplante Bücherverbrennung durch die SA, NSDAP und Polizei von Recklinghausen statt.
Die Initiatoren Frau Dr. Asli Nau und Erich Burmeister haben Texte von verfemten Autoren und Autorinnen ausgewählt, die am Montag, dem 81. Jahrestag der Bücherverbrennung, in der Zeit zwischen 19 bis 20 Uhr in der Süder Bücherei-Zweigstelle vorgetragen werden.Südstadt: „Lesen gegen das Vergessen“ wird verlegt – Ruhr Nachrichten – Lesen Sie mehr auf:
http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/recklinghausen/Suedstadt-Lesen-gegen-das-Vergessen-wird-verlegt;art106697,2422291#plx553088037
In Recklinghausen fand am 14. Juli 1933 auf dem Süder Neumarkt eine von „langer Hand“ geplante Bücherverbrennung durch die SA, NSDAP und Polizei von Recklinghausen statt.
Die Initiatoren Frau Dr. Asli Nau und Erich Burmeister haben Texte von verfemten Autoren und Autorinnen ausgewählt, die am Montag, dem 81. Jahrestag der Bücherverbrennung, in der Zeit zwischen 19 bis 20 Uhr in der Süder Bücherei-Zweigstelle vorgetragen werden.Südstadt: „Lesen gegen das Vergessen“ wird verlegt – Ruhr Nachrichten – Lesen Sie mehr auf:
http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/recklinghausen/Suedstadt-Lesen-gegen-das-Vergessen-wird-verlegt;art106697,2422291#plx553088037

Robert Neumann

Robert Neumann ist am 22. Mai 1897 in Wien geboren und jüdischer Herkunft. Er gilt als einer der ersten literarischen Parodisten und erlebte seinen Durchbruch als Schriftsteller als 30-Jähriger mit dem Band „Mit fremden Federn“. In den folgenden sechs Jahren vor der Verbrennung seiner Bücher 1933 erschienen mehrere Werke und Literaturkritiken von ihm.

Ab 1934 lebte er wechselweise in der Schweiz und in England, wo auch seine Bücher erschienen, obwohl er 1940 für einige Monate als feindlicher Ausländer interniert war. Neumann gehört zu den wenigen „verbrannten Autoren“, die die ganze Zeit über in ihrem Gastland schreiben und veröffentlichen konnten. Er blieb bis 1958 in England, ehe er ins Tessin übersiedelt. Neumann starb am 3. Januar 1975 in München.

Werke u. a.

  • 1927 Mit fremden Federn, Parodien
  • 1929 Sintflut
  • 1930 Hochstapler-Novelle
  • 1930 Panoptikum: Bericht über fünf Ehen aus der Zeit
  • 1931 Karriere, 1931
  • 1932 Die Macht
  • 1932 Unter falscher Flagge – Ein Lesebuch der deutschen Sprache für Fortgeschrittene (Neue Parodien)

Leben & Werk bei Wikipedia

Egon Erwin Kisch

Aus meinem Bücherregel gefischt – eine Lizenzausgabe für den BertelsmannClub o. J.

Egon Erwin Kisch, der am 29. April 1885 als Egon Kisch in Prag geboren wurde, war einer der berühmtesten Reporter und Journalisten – nicht nur seiner Zeit.
Kisch begann bereits als Jugendlicher zu schreiben und legte sich dafür den Vornamen Erwin zu.

Ab 1913 lebte Kisch in Berlin und arbeitete für der Berliner Tagblatt, eine kurze Episode, weil er schon kurz darauf zum Militärdienst eingezogen wurde. Nach einer schweren Verwundung wurde er dem Presse- und Propagandaamt zugeteilt.
Noch während des Krieges begann er, sich stärker politisch zu engagieren. Er war maßgeblich an der Vorbereitung des Generalstreiks 1918 und der Gründung der Föderation Revolutionärer Sozialisten, „Internationale“ beteiligt und wurde 1919 Mitglied der Kommunistischen Partei.

Politische Fragen beschäftigten ihn auch in seiner nach dem ersten Weltkrieg wieder einsetzenden journalistischen Tätigkeit, der er bis 1933 in Berlin und von Berlin aus nachging.

Bereits am Tag nach dem Reichstagsbrand 1933 wurde Kisch verhaftet und in die Tschechoslowakei ausgewiesen. Seine Werke wurden am 10. Mai 1933 verbrannt und er suchte in verschiedenen Ländern der Welt Zuflucht. Seine Exilsuche endete in den USA und in Mexiko, wo er bis zum Ende des Dritten Reiches lebte. 1946 kehrte er nach Prag zurück, wo er am 31. März 1948 starb.

Werke u. a.

  • 1922 Als Soldat im Prager Korps
  • 1924 Der Fall des Generalstabschefs Redl
  • 1925 Der rasende Reporter
  • 1927 Zaren, Popen, Bolschewiken
  • 1927 Kriminalistisches Reisebuch
  • 1928 Sieben Jahre Justizskandal Max Hoelz
  • 1930 Die Reise um Europa in 365 Tagen. Arcadia Berlin 1930 (mit Jaroslav Hašek)
  • 1930 Egon Erwin Kisch beehrt sich darzubieten: Paradies Amerika. Erich Reiss, Berlin 1930
  • 1933 Über die Hintergründe des Reichstagsbrandes (Tarnschrift)

Vita
Über Egon Erwin Kischs Schreibstil

Ernst Toller

Ernst Toller, geboren am 1. Dezember 1893, war ein Dramatiker und Schriftsteller. Vor allem aber war er ein Revolutionär und Weltveränderer, dafür engagierte er sich in Schriften und Taten. Er entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie, die in der Provinz Posen lebte, allerdings schon immer Handelsbeziehungen ins gesamte Deutsche Reich unterhielt und u. a. für die Kartoffelversorgung für die Stadt Bochum zuständig war.

Zu Beginn des ersten Weltkriegs gelangte Toller als Kriegsfreiwilliger nach Bayern, wo er schnell erkannte, dass er nicht für den Krieg geeignet war. Er blieb jedoch in der Region und wurde zu einem führenden Kopf der Räterepublik 1919. Nur knapp entging er einem Todesurteil und konnte stattdessen seine literarische Laufbahn beginnen, die durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten ein Ende nahm. Toller war schon vorher emigriert und seine Werke fanden sich auf den Scheiterhaufen. In der Emigration suchte er erfolglos für sich und seine Ideen eine neue Heimat, am 22. Dezember 1939 setzte er seinem Leben ein Ende.

Werke u. a.

  • 1919 Die Wandlung
  • 1929 Masse Mensch
  • 1922 Die Maschinenstürmer
  • 1923 Hinkemann
  • 1927 Hoppla, wir leben!
  • 1930 Feuer aus den Kesseln

Vita
Seine Werke in der Gutenberg-Bibliothek
Über sein Werk „Masse Mensch“
Ernst Toller „Hurra, wir leben“ (O-Ton)
Ernst Toller-Gesellschaft

Kurt Münzer (Georg Fink)

Kurt Münzer, der mit seinem Pseudonym Georg Fink auf der Schwarzen Liste stand, war ein jüdischer Schriftsteller, der in einem Werk vor allem einen Blick auf das jüdische Leben ermöglichte. Er wurde am 18. April 1879 in Gleiwitz geboren, zog aber schon als Kind mit seinen Eltern nach Berlin um, wo er zunächst auch studierte. Als er sein Studium in Zürich fortsetzte, bekam er Kontakte zur dortigen Literaturszene und begann, selbst zu schreiben.

Münzer zog es von Zürich zurück nach Deutschland, von wo aus er 1933 emigrieren musste. Er starb am 27. April 1944 in Zürich.

  • 1907 Das verlorene Lied
  • 1907 Der Weg nach Zion
  • 1914 Der Ladenprinz
  • 1922 Das kalte Herz
  • 1928 Jude ans Kreuz
  • 1929 Mich hungert (Georg Fink)

Leben & Werk bei Wikipedia
Artikel „Das unsterbliche Blut“
Kurt Münzer: Jude ans Kreuz
Kurt Münzer: Menschen am Schlesischen Bahnhof   
Kurt Münzer: Phantom
Kurz Münzer: Bruder Bär. Ausgewählte Novellen und Feuilletons

Rahel Sanzara

Rahel Sanzara ist das Pseudonym für Johanna Bleschke, eine Schriftstellerin, die mit ihrem Erstlingswerk „Das verlorene Kind“ großes Aufsehen erregte, jedoch nie an diesen Erfolg anknüpfen konnte.

Sanzara, die am 9. Februar 1894 hineingeboren wurde, blieb Zeit ihres Lebens eine Suchende. Nachdem ihre Eltern ihr zuerst eine Buchbinderlehre und dann eine Ausbildung als Krankenpflegerin aufzwangen, ließ sie sich mit 20 Jahren zur Tänzerin und später zur Schauspielerin ausbilden. Durch ihren Lebensgefährten, den Arzt und Schriftsteller Ernst Weiß, kam sie zum Schreiben. Mit 28 veröffentlichte sie den ersten Roman um den Sexualmord an einem Kind, allerdings verstummten die Zweifel, ob der Roman in Wirklichkeit von Ernst Weiß stammte, nie ganz.

Rahel Sanzara heiratete später einen jüdischen Bankier, der unter den Nazis nach Frankreich emigrierte, während sie in Berlin blieb, wo sie am 8. Februar 1936 starb.

Werke

  • 1926 Das verlorene Kind
  • 1933 Die glückliche Hand

Leben & Werk
Zur Neuauflage von „Das verlorene Kind“
Google-Ebook von „Das verlorene Kind“
Examensarbeit über Rahel Sanzara